Die neue BENETEAU OCEANIS 51.1

Sie ist nicht nur European Yacht of the Year 2018 (nominiert), sondern war auch der Star des diesjährigen Cannes Yachting Festivals – die neue OCEANIS 51.1 erlebte einen Besucherandrang, der seinesgleichen suchte. Das lag vor allem an dem neuen, spritzigen Design, welches nun nach und nach alle OCEANIS-Modelle in den nächsten 2 Jahren unter der Leitung von Gianguido Girotti erfahren werden. Viele Kenner und passionierte Segler interessierten sich allerdings weniger für die tolle Raumaufteilung und die verwendeten Materialien, sondern für ein ganz besonderes Detail der 51.1 – die Chines.

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Chines, oder auch “Kimmkanten” auf Deutsch genannt, sind keine neue Erfindung und spätestens seit den 70er Jahren Standardrepartoire der Yachtdesigner. Sie dienen vor allem der Formstabilität bei Krängung und fungieren so als “zweiter Kiel”, auf dem die Yacht bei Lage sicher gleiten kann. Die OCEANIS 51.1 verfügt auch über Kimmkannten – jedoch über ganz besondere. Wir haben uns vor Ort mit Damien Jacob von BENETEAU über diese Chines an der 51.1 unterhalten …

“Bei BENETEAU sind wir an der vordersten Front des Schiffsdesigns.”

ENJOY YACHTING: “Damien, erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, unsere Fragen zu beantworten. Wir stehen hier am Pier mit guter Sicht auf die frisch eingeführte OCEANIS 51.1 und hier drängeln sich die Menschen, um einen Blick auf die Yacht zu erhaschen. Viele sprechen auch über die Kimmkanten. Erzählen Sie uns bitte über das generelle Konzept, das dieser Yacht zugrunde liegt und wie es zu den besonderen Chines kam.”

Damien Jacob | Beneteau: “Zunächst einmal bestand das Projektteam, das die OCEANIS 51.1 entwickelt hat, auch aus Mitgliedern unserer Rennyacht-Abteilung, die zum Beispiel auch die neue FIGARO 3 entwickelt haben. Es waren diese Kollegen, die den ersten Vorschlag der Kimmkanten machen. Natürlich sind Chines keine Neuerfindung, aber wir wollten etwas ganz Neues wagen, etwas, was man zum Beispiel an der Rennyacht RAMBLER 88 sehen konnte. Wir versuchen bei BENETEAU immer, ansprechende Yachten zu bauen und die ersten Entwürfe waren sehr viel versprechend.”

ENJOY YACHTING: “Also eine Entscheidung aus Designgründen?”

Damien: “Zunächst: Ja. Sehen Sie, die OCEANIS ist die mit Abstand weltweit erfolgreichste Linie von Fahrtenyachten. Diese Boote haben schon immer Maßstäbe in Sachen Komfort gesetzt. Es ist das, was der Eigner einer OCEANIS erwartet. Also war die Einführung von Kimmkanten, die schon radikal und unmittelbar hinter dem Bug beginnen, eine logische Konsequenz: Das interne Volumen, welches wir schon für die Eignerkammer gewinnen, ist überwältigend! Der Salon der 51.1 hat die Ausmaße, wie man sie sonst nur auf Yachten von 55 bis 50 Fuß erwarten würde. Dennoch wollten wir aber auch keine Abstriche in puncto Segelqualitäten machen – sehen Sie, für das Rumpfdesign sind am Ende 30 verschiedene Varianten durchgerechnet worden, bis wir endlich die perfekte Rumpfform gefunden hatten.”

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ENJOY YACHTING: “30 Varianten ist eine Menge!”

Damien: “Oh ja, da war viel Entwicklungsarbeit gefragt. Wenn man beispielweise die Chines zu tief ansetzt, dann würde die Yacht nicht mehr vernünftig segeln. Sind die Kimmkanten zu hoch, bringen sie kein Volumen mehr. Am Ende aber haben wir, denke ich, die best mögliche Form gefunden und haben so ganze 40 Zentimeter mehr Raum zu beiden Seiten der Yacht erreichen können! Das ist ein enormes Plus an Volumen.”

ENJOY YACHTING: “In der Standardvariante der Yacht mit L-Kiel wiegt der Ballast etwa 3.400 Kilogramm. Das komplette Schiffsgewicht sind etwa 13 Tonnen. Dies ergibt ein Ballast-Gewicht-Verhältnis von gerade einmal 25 Prozent. Segler, die ältere Yachten haben, kennen noch Verhältnisse von 40 bis 50 Prozent von Schiff zu Ballast: Welchen Zusammenhang haben Kimmkanten und modernes Yacht-Design zur Stabilität eines Bootes?”

Damien: “Nun, generell können Sie alte Yacht-Konzepte nicht mit einem modernen Rumpfdesign vergleichen. Alte Rundspanter oder IOR-Yachten brauchen vom Prinzip her diesen großen Ballast-Anteil, weil der Rump kaum Formstabilität erzeugt. Moderne Rumpfformen sind heutzutage zunächst einmal viel breiter – und kreieren deshalb allein aufgrund ihrer Form Stabilität. Das bedeutet am Ende, dass man weniger Gewicht im Kiel benötigt. Kimmkanten verstärken diesen Effekt nochmals. Am Ende ist die Rechnung ganz einfach: “Mehr Formstabilität minus weniger Kielgewicht ergibt des selbe aufrichtende Moment”. Oder anders gesagt, wir können leichtere Yachten bauen, die genauso stabil – und sogar stabiler und ruhiger – segeln, wie die “klassischen” Yachten aus den Siebzigern und Achtzigern. Außerdem sind unsere Boote selbstverständlich voll CE-zertifiziert.”

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ENJOY YACHTING: “Wir haben über Volumengewinn gesprochen. Viele Segler interessieren sich aber auch für Segelleistungen. Was können Sie uns hierüber sagen?”

Damien: “Wie alle OCEANIS-Modelle ist auch die neue 51.1 eine außergewöhnlich gute Seglerin! Natürlich ist die OCEANIS eine Fahrtenyacht und als solche kann man keine Performance-Werte erwarten. Sie segelt sich zunächst einhand oder zweihand sehr einfach. Wir versuchen immer Yachten zu bauen, die einfach zu bedienen sind. Dann muss man wissen, dass viele Fahrtensegler heutzutage Am Wind-Kurse vermeiden. Das ist ein Fakt – man versucht eigentlich immer, die angenehmsten Windkurse zu steuern. Also Halbwind, vor dem Wind, generell eher raumschots. Hierfür ist die OCEANIS optimiert – und glauben Sie mir, bei 90 Grad Wind ist dieses Boot einfach nur am Fliegen, auch in starkem Wind. Dennoch geht sie erstaunlich gut auch am Wind: Ich selbst hatte sie bei Tests bei Windstärken von 12 bis 14 Knoten schon auf 7,5 Knoten am Wind, was wirklich ein guter Wert ist. Wenn man dann nur ein bisschen abfällt, sagen wir, 5 oder 8 Grad, dann sind es gleich 8,5 Knoten. Ich denke, das ist wirklich ausreichend Speed-Potenzial.”

 “Schon jetzt eine Ikone.”

ENJOY YACHTING: “Es sieht also so aus, als ob die neue OCEANIS 51.1 in die Fußstapfen der legendären CLIPPER-Serie treten kann und eine Referenz in Sachen Langfahrt werden kann?”

Damien: “Darin habe ich keinen Zweifel. Schauen Sie sich das Interesse der Leute hier vor Ort an … wir sind jetzt schon schon bei Lieferzeiten von 10 bis 12 Monaten angelangt, so stark ist die Nachfrage nach dieser Yacht. Dass wir zur European Yacht of the Year 2018 nominiert worden, ist natürlich zusätzlicher Ansporn. Ich denke, die neue 51.1, wie auch die etwas größere Schwester 55.1 haben wirklich das Potenzial zu echten Klassikern und erfolgreichen Traumyachten.”

Wir bedanken uns bei Damien Jacob und schauen uns nun die “Wunder-Chines” der 51.1 näher an. Auch wenn Maß-Angaben sehr genau sind, geben sie doch kein Gefühl für Raum. Am besten kann man den Raumgewinn noch im direkten Vergleich abschätzen. Und deshalb schauen wir zunächst vorn in den riesigen Ankerkasten (wo auf Wunsch eine vollwertige Skipperkabine eingerichtet werden kann). Dort sehen wir, was die Kimmkanten, die hier direkt vorn am Bug schon ansetzen, wirklich ausmachen …

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Die benässte Oberfläche im Rumpf ist noch immer gerundet, sorgt mit ihrer leichten V-Form also für sanftes Eintauchen in die Welle und gute Segelleistungen. Aber direkt ein paar Zentimeter über der Wasserlinie setzen die Chines an – und kreieren sofort bis zu 40 Zentimeter Platz zu jeder Seite des Rumpfes! Und dieser Platz setzt sich in Eignerkabine und Salon fort (das sehen wir später). Man kann sich hier gut vorstellen, wie die Yacht unter Wind sich auf die Seite legt und wie auf einer Kufe auf der Kimmkante liegt. Chines sorgen eben auch für gute direktionale Stabilität.

Die Bestätigung: Riesige Kabinen an Bord der OCEANIS 51.1

Einfach nur so in die Yacht zu gehen, wäre nur halb so sinnvoll, wenn wir nicht ein Vergleichgröße hätten. In Cannes liegt direkt neben der neuen 51.1 eine BENETEAU SENSE 51 mit fast exakt den selben Maßen – was ihre Länge angeht. Die SENSE gilt ebenso als anspruchsvolle, voluminöse Yacht und viele Segler schätzen die außergewöhnliche Kabinen-Konfiguration der SENSE mit dem großen Deck-Salon und den Kabinen im vorderen Bereich der Yacht. Wir machen ein Foto von der großen Eigner-Kabine …

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Das große Insel-Bett, viel Stauraum und Fenster sowie Luken für viel natürliches Licht, machen diese Kabine attraktiv. Mehr als das, sie dürfte sogar andere Kabinen an Volumen übertreffen. Dennoch sind wir gespannt, wie die Eigner-Kabine in der neuen OCEANIS 51.1 im direkten Vergleich wirkt … und wir würden sagen, der Effekt ist überwältigend! Die Überraschung könnte nicht größer sein, denn es wirkt, als ständen wir in einer 60-Fuß-Yacht!

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Das also ist as wahre Geheimnis der neuen Kimmkanten an Bord der OCEANIS 51.1 – mehr Stabilität, weniger Gewicht und massiver Raumgewinn! Wir möchten Sie einladen, die 51.1 selbst zu entdecken und ihre Geheimnisse zu ergründen. Diese Yacht bietet nämlich nicht nur konstruktiv vieles zu entdecken, sondern einen wirklich gelungenen Traum-Salon, tolle Achter-Kabinen und in den Ausstattungspaketen viele interessante Aspekte.

 

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